Übernahme der Premiummarke Rollon erweitert Timkens Angebot um Lineartechnik

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Übernahme der Premiummarke Rollon erweitert Timkens Angebot um Lineartechnik

Aufgrund der Bevölkerungsalterung und des allgemeinen Wirtschaftswachstums kommt es auf dem Markt für qualifizierte Arbeitskräfte weltweit zu Verknappungen. Der Automatisierungsmarkt stellt Herstellern weiterhin hohe Produktivität in Aussicht, während sie Waren zur Deckung des weltweit steigenden Bedarfs liefern.

Für Timken war es die richtige Zeit für einen deutlichen Schritt in Richtung Robotik und Automation, und die Übernahme der Rollon-Gruppe passte gut dazu. Das in Italien ansässige Unternehmen mit Standorten in Deutschland, den USA und China hat sich im Laufe seines 43-jährigen Bestehens durch unerreichtes technisches Know-how und maßgeschneiderte Lösungen im Bereich der Lineartechnik ausgezeichnet.

Timken hat die Übernahme von Rollon 2018 abgeschlossen. „Mit diesem Erwerb kann Timken die Vorteile dieser Megatrends nutzen, die während des nächsten Jahrzehnts andauern werden“, sagt Hans Landin, Group Vice President bei Timken.

„Rollon ist in der Welt der Lineartechnik einmalig“, sagt er. „Seine Lösungen sind unübertroffen, sowohl technisch als auch im Hinblick auf sein Leistungsversprechen. Dieses Modell fügt sich sehr gut in Timkens Geschäftsplan als Lösungsanbieter und Fachexperte im Bereich der Antriebstechnik ein.“

Rollons Produkt Seventh Axis ist ein Shuttle-System zur schnellen und gleichmäßigen Bewegung von Robotern und schweren Lasten über lange Strecken.

Gemeinsame Wachstumsmöglichkeiten

Mit Rollon als Konzerngesellschaft kann Timken in die Robotik- und Leichtindustriemärkte vordringen, seine Position im Schienengeschäft und in der Luft- und Raumfahrtindustrie festigen und seine geografische Präsenz erweitern.

Die Märkte, in denen Rollon tätig ist, erleben ein starkes Wachstum, und die finanziellen Erträge des Unternehmens zeigen, dass seine Führungskräfte dieses Potenzial voll genutzt haben. „Die Geschäftsführung von Rollon versteht sehr gut, wie man das Unternehmen profitabel ausbaut“, sagt Hans Landin.

Während bei Timken immer die Drehbewegung im Mittelpunkt stand, wendet Rollon seine technische Expertise auf die geradlinige Bewegung von Objekten an. So lassen sich beispielsweise mit Teleskopführungen von Rollon Passagiersitze in Flugzeugen oder Schienenfahrzeugen leichter und bequemer ausziehen. Das Unternehmen spielt eine zentrale Rolle in automatisierten Fabriken, wo Maschinen Materialien entlang einer Produktionslinie befördern, Türen und Schubladen geöffnet und geschlossen werden und Roboter durch Auf-, Ab- und Seitwärtsbewegungen Werkzeugwechsel vornehmen — und zwar schneller, präziser und flexibler als je zuvor.

Natürlich erfordert auch die geradlinige gleichmäßige Bewegung von Schienen ein gewisses Maß an Drehbewegung, und zwar in Form von Präzisionskugellagern mit hohen Tragfähigkeiten. „Wir sehen Möglichkeiten für Rollon zur wirksamen Nutzung der Produktangebote und des technischen Know-hows Timkens in Bereichen wie Kupplungen und Wälzlager, um die aktuellen und künftigen Produktlinien Rollons weiter auszubauen“, sagt Hans Landin. „Diese Zusammenarbeit kann Wettbewerbsvorteile hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Kosteneffizienz bieten.“

Während Rollon auch künftig unter seiner derzeitigen Marke mit seinem eigenen spezialisierten Verkaufsteam tätig sein wird, hat Hans Landin die beiden Teams mit dem Aufbau einer starken Partnerschaft beauftragt. „Experten von Rollon werden innerhalb der Timken Gruppe arbeiten. Wir gehen davon aus, Möglichkeiten bei aktuellen Wälzlagerkunden Timkens zu finden, über die Rollon heute noch nichts weiß“, sagt er. „Ich erwarte positive und häufige Diskussionen, Dialoge und Cross-Selling zwischen den verschiedenen Verkaufsgruppen.“

Komplementäre Absatzmärkte

In geografischer Hinsicht ergänzen sich die beiden Unternehmen gut. Mit Timkens etablierter Markenstärke und umfangreicher Infrastruktur in Nordamerika und Asien kann Rollon in diesen Regionen schneller expandieren als ein eigenständiges Unternehmen.

„Das ist schon fantastisch, was wir da tun können“, sagt Hans Landin. „Zum Beispiel gibt es in Südkorea einen bedeutenden Markt für Werkzeugmaschinen, aber Rollon ist dort zur Zeit nicht präsent. Und die dortigen Arbeitsgesetze zu verstehen, kann zu einer echten Herkulesaufgabe werden. Mithilfe Timkens etablierter Infrastruktur könnten wir ein Rollon Angebot in Südkorea sehr schnell erstellen.“

Gleichzeitig bietet Rollon einen Eingang in starke europäische Märkte. Nehmen Sie als Beispiel den Personenbahnverkehr. Rollon liefert Komponenten für Türen, Sitze, Tische und andere Einbauten von Personenwagen, die beweglich oder justierbar sein müssen. Timken ist auf dem Markt der Schienenverkehrsindustrie in den USA gut positioniert und ein führender Anbieter von Radsatzlagern, die für den laufruhigen Betrieb der Bahnwagen auf den Gleisen verantwortlich sind. Mit Rollon als Verbindungsunternehmen erwartet Landin ein Vordringen Timkens in den europäischen Markt des Personenbahnverkehrs.

Rollon liefert Teleskopführungen für die Türen von Personenzügen.

Weitreichende Kundenvorteile

Die Übernahme von Rollon bietet Timken Kunden den Vorteil eines breiteren Spektrums an Lösungen und technischem Know-how. „Wir werden dadurch mehr denn je zu einem One-Stop-Shop“, sagt Hans Landin. „Kunden haben jetzt Zugriff auf unsere jahrzehntelangen Erfahrungen, und zwar nicht nur hinsichtlich Kegelrollenlagern, Industrielagern, Ketten, Riemen, Kupplungen und anderen Produkten der Antriebstechnik, sondern auch bei Lösungen für die Lineartechnik.“

Landin hofft, dass die kombinierte Wissens- und Erfahrungsbasis beider Unternehmen in den kommenden Jahren einen Innovationsschub für Kunden generell bedeutet. „Rollon bringt Erfahrungen aus den Bereichen Induktionswärmebehandlung und Montage mit“, sagt er. „Sie arbeiten mit Aluminium und Werkstoffprofilen, mit denen wir bei Timken noch keine Erfahrung haben.“

Rollon Kunden wiederum erhalten Zugang zu 120 Jahren an Erfahrung und Wissen von Timken in breiten Bereichen wie Materialwissenschaften und Fertigungsprozessen. Dieses geistige Kapital, zusammen mit Timkens Infrastruktur und seinem Vertriebsnetzwerk, bietet Möglichkeiten zur Skalierung und Replikation von Lösungen rund um den Globus.

Hans Landin erläutert Timkens Übernahmestrategie.

Weiterentwicklung unserer Premiumlösungen

Im Rahmen des Aufbaus eines diversifizierten Industrieunternehmens hat die Timken Geschäftsführung gelernt, dass der Erhalt des guten Rufs von erstklassiger Qualität und Service, auf die das Unternehmen setzt, von entscheidender Bedeutung ist.

„Viele unserer Wälzlagerkunden kommen wegen unseres technischen Know-how zu uns“, sagt Hans Landin. Timken hilft seinen Kunden, optimale Lösungen zu finden, damit sie ihre Test- und Validierphase minimieren und Produkte schneller auf den Markt bringen können.

Auch wenn Timkens Vorstoß in den Bereich der Lineartechnik neu ist, ist die Übernahme von Rollon aus Sicht dieses Geschäftsmodells durchaus sinnvoll.

„Es war schon immer der Auftrag der Timken Company, Kundenprobleme zu lösen“, sagt Hans Landin. „Und Rollon passt sehr gut zu diesem Leitmotiv. Sie lösen technische Probleme mithilfe ihrer technischen Expertise. Für Timken ist das eine folgerichtige Erweiterung“