Supply Chain Excellence in einer Zeit globaler Störungen

Sachverstand

Supply Chain Excellence in einer Zeit globaler Störungen

Ein Gespräch mit Louise Dalton, Global Supply Chain Director

Als Louise Dalton im dritten Quartal 2020 ihre Rolle als Direktorin der weltweiten Lieferkette von Timken antrat, sah sie sich mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. In weiten Teilen der Welt hatte es zu Beginn des Jahres Anweisungen gegeben, zu Hause zu bleiben, um zu helfen die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Als das Leben dann allmählich wieder los ging, brauchten die Menschen auch wieder neue Wälzlager.



“Die Kundennachfrage ging rasant nach oben und wir waren gezwungen zu reagieren”, sagt Dalton.

Dalton wurde mit der Leitung der globalen Lieferkettenorganisation Timkens in schwierigen Zeiten betraut, nicht zuletzt auch deshalb, weil sie sich als kreative Problemlöserin mit einem Hang zur Furchtlosigkeit bewährt hatte.

Sie ist auch, wie sie sagt, “in ihrem Herzen ein Lieferkettenmensch”. Bevor sie ihren MBA erwarb und in der Unternehmenszentrale den Bereich Globaler Vertrieb und Analytik überwachte, war sie als Leiterin der Lieferkette für den Bereich Aerospace, eine der wichtigsten Geschäftseinheiten von Timken, tätig gewesen.

Wir haben mit ihr über Timkens Lieferkettenstrategie für die Zeit während der Pandemie und danach gesprochen.

 

F: Was erwarten Timken-Kunden von einem Supply-Chain-Partner?

A: Bei Supply Chain Excellence dreht sich alles um Service. Abgesehen von der Qualität – klar, wir müssen natürlich Qualitätsprodukte liefern – geht es um unsere Beweglichkeit und unsere Fähigkeit, zu reagieren und unsere Produkte zur richtigen Zeit in die richtigen Hände zu bekommen.

Transparenz und Vertrauen sind dabei ebenfalls wichtig. Wir haben ein hervorragendes globales Supply-Chain-Team, das sich leidenschaftlich für seine Kunden einsetzt. Gleichzeitig ist unsere einheitliche SAP Enterprise Resource Planning (ERP)-Plattform die Grundlage, auf der wir alle aufbauen und handeln. Sie ist ein entscheidendes Element, das die Geschäftseinheiten von Timken untereinander und mit Kunden und Anbietern auf der ganzen Welt nahtlos verbindet.

Als ich bei Timken anfing, waren wir dabei, unseren SAP-Einsatz zu finalisieren, der die Supply-Chain-Organisation für die Transformation des kommenden Jahrzehnts vorbereiten sollte. Zuvor hatten Timken Werke und Geschäftseinheiten jeweils ihre eigenen ERP-Aktivitäten ausgeführt, und diese Systeme kommunizierten nicht miteinander.

Die einheitliche SAP-Plattform brachte durchgängige Transparenz für die Lieferkette von Timken, so dass jeder dieselbe Sprache sprach und schnell herausfinden konnte, wo in der Welt unsere Produkte hergestellt wurden.

Diese Plattform hat unsere Fähigkeit zu reagieren stark beschleunigt. Jetzt, wo unser Markt expandiert, können wir unsere Produktion schneller hochfahren als unsere Mitbewerber. Aber auch bei einem Marktrückgang können wir schneller Entscheidungen treffen und reagieren.

 

F: Wie hat diese Transformation die Kommunikation mit Kunden und Lieferanten verbessert?

A: Unsere größeren OEM-Kunden kommunizieren mit unserer ERP-Plattform über eine elektronische Datenschnittstelle (EDI). Wenn die Nachfrage eingeht, wird SAP aktualisiert und los geht’s. Aftermarket-Händler verwenden auch PT Place, Timkens B2B E-Commerce-Plattform.

Derzeit implementieren wir SAP Ariba, ein Tool, mit dem wir diese Kundenprognosen an unsere Lieferanten senden können, damit diese sich schnell auf die Bereitstellung externer Materialien vorbereiten können. Ariba verbessert die Kommunikation und beschleunigt die Transaktionen mit Timken Lieferanten.

Aus digitaler Sicht automatisiert die robotergestützte Prozessautomatisierung (RPA) stark repetitive Aufgaben mit hohem Volumen. Dies rationalisiert die Arbeit in kritischen Lieferkettenfunktionen wie Kundendienst und Lagerhaltung.

Durch die Automatisierung alltäglicher Routineprozesse können sich Timken Mitarbeiter auch auf Arbeiten konzentrieren, die ein höheres Maß an Kompetenz erfordern, was bei unerwarteten Ereignissen wie z. B. einer Pandemie von entscheidender Bedeutung ist. 2021 brauchen wir Menschen, die Entscheidungen treffen können, die außerhalb der Normen liegen. Je automatisierter und nahtloser die Prozesse sind, desto mehr Zeit haben Sie, um Informationen wirklich zu analysieren und die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Timken integriert zunehmend Produktlinien für die Antriebstechnik wie unser Riemengeschäft und den Kettenhersteller Drives Chain in SAP.



F: Wie lassen sich diese Fähigkeiten auf Timkens Produktlinien für die Antriebstechnik übertragen?

A: Wir sind dabei, viele unserer Akquisitionen von ihren alten ERP-Systemen auf SAP zu migrieren. Wir haben damit begonnen, Nachfrage- und Bestandspläne für das Riemengeschäft von Timken zu erstellen und Kundenservice für Riemen- und Drives Chain-Produkte anzubieten.

Sobald diese Akquisitionen vollständig in SAP integriert sind, werden wir den Synergieeffekt für jedes Unternehmen nutzen können und können sie durch bewährte Timken Prozesse und Infrastruktur optimal unterstützen.

Die Erweiterung der SAP-Plattform auf diese Produktlinien gibt uns auch mehr „Bench Strength“. Wenn wir alle dasselbe System verwenden, kann jemand, der Material- und Anforderungsplanung für Lovejoy durchführt, problemlos in das Lagergeschäft wechseln, um seine Fähigkeiten und Erfahrungen zu erweitern. Wir gewinnen Talentflexibilität und -vielfalt, wenn wir alle dasselbe grundlegende Geschäftssystem und dieselben Prozesse verwenden.

 

F: Was sind Ihre Prioritäten für die Zukunft, wenn Sie Ihre eigenen Akzente für die Lieferkettenorganisation setzen können?

A: Die Kontinuität der Versorgung ist derzeit ein wichtiger Schwerpunkt für Lieferketten-Verantwortliche auf der ganzen Welt. Wir müssen uns darauf verlassen können, dass unsere Lieferkette über Konjunkturzyklen hinweg stark bleibt. Leider hat der Kundenservice bei vielen Unternehmen im vergangenen Jahr gelitten.

Ich arbeite daran, dieses Problem für Timken zu lösen, indem ich Toolsets einführe, die uns einen besseren Einblick in die Lieferkette ermöglichen. Die kontinuierliche Verbesserung der Datenqualität ist ein paralleler Schwerpunkt, um uns dabei zu helfen, diese prädiktiven Toolsets mit Zuversicht zu nutzen.

Das richtige Talent für die Arbeit zu finden, ist der Schlüssel. Wenn wir mehr Automatisierung einführen, können sich Mitarbeiter auf Entscheidungen mit Mehrwert konzentrieren und ihre Genauigkeit und Agilität erhöhen.

Wir konzentrieren uns weiterhin auf die Kernkompetenzen von Timken – die Fähigkeit, eine enge Lieferkette zu führen und Produkte höchster Qualität herzustellen – und werden weiterhin auf der SAP-Plattform aufbauen, um diese Technologie optimal zu nutzen.

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Die Welt verändert sich ständig, aber Timkens Engagement für Premium-Qualität ist so stark wie immer. Erfahren Sie mehr über die Strukturen und Prozesse, die uns helfen sicherzustellen, dass das Unternehmen diese Standards weltweit einhält.