Frequently Asked Questions 

Werden Timken® Lager vorgeschmiert geliefert?
Die meisten Timken Lager sind durch einen dünnen Konservierungsfettfilm geschützt. Der verhindert zwar hervorragend Rost und Korrosion, ist allerdings kein Schmiermittel. Da unsere Konservierung mit den meisten Ölen und Fetten kompatibel ist, ist es nicht erforderlich, den Konservierungsfilm zu entfernen, bevor Schmiermittel zugeführt wird. Timken produziert auch ein breites Sortiment an speziellen Lagereinheiten, die werksseitig vorgeschmiert werden. Dazu gehören AP-Lager für Schienenfahrzeuge, Automobil-Radnabeneinheiten, Gehäuseeinheiten, Kugellager mit breitem Innenring, Stehlagereinheiten und einige Kugellager. Da diese Einheiten vorgeschmiert sind, ist es nicht erforderlich, die Dichtungen zu entfernen, um zusätzliche Schmiermittel zuzuführen. 
 
Ich habe den Ausdruck “60 O.K. Timken Load” auf einer Schmiermitteltube gesehen. Was ist damit gemeint?
Zwischen 1935 und 1972 hat die Timken Company eine Schmiermittel-Testmaschine produziert und verkauft. Sie wurde eingesetzt, um Extremdruck-Eigenschaften von Fett- und Ölschmiermitteln zu bestimmen. Das wurde zu einem Industrie-Standardtest. Dazu wird eine Lagerlaufbahn auf einen kegligen Aufnahmedorn montiert, der bei hohen Drehzahlen rotiert. Ein rechteckiger Stahl-Testklotz wird dann gegen die rotierende Laufbahn belastet, der Kontaktbereich mit dem Testschmiermittel überschwemmt. Die Last auf den Klotz wird in Schritten erhöht, bis der Ölfilm abbricht und die sich drehende Laufbahn eine Riefe auf dem Testklotz erzeugt. Der Lastwert, der die Riefe erzeugt, wird dann als Timken “O.K. Load Rating” bezeichnet.
 
Es wurde allgemein angenommen, dass das Schmiermittel desto größere Last aushält, je höher der O.K.-Wert ist, und zwar ohne Gefährdung der Filmstärke. Das ist allerdings nicht notwendigerweise der Fall, und das Hauptziel des Tests ist es deshalb zu bestimmen, ob das Schmiermittel ein EP-Additiv besitzt oder nicht. Werte über 15,87 kg zeigen das Vorhandensein eines EP-Additivs an.

 

Empfehlen Sie Synthetikschmieröl für Ihre Kegelrollenlager?
Timken hat keine Bedenken gegen den Einsatz synthetischer Schmiermittel bei Kegelrollenlagern, vorausgesetzt, sie enthalten die richtigen Additive für die spezifischen Anwendungsanforderungen. In einigen Fällen sind synthetische Schmiermittel den auf Erdöl basierenden Ölen in ihrer Fähigkeit überlegen, Störungen aufgrund mechanischer oder thermischer Gegebenheiten zu widerstehen. Allerdings sollte stets der Originalhersteller um Rat gefragt werden, wenn man auf ein anderes als das von ihm vorgeschriebene Öl wechseln möchte. Vor dem Einsatz von Synthetikschmieröl in Ihrer Anwendung wenden Sie sich bitte an Ihren Verkaufs- oder technischen Repräsentanten, um sicherzustellen, dass das zulässig ist.
 
Woher weiß ich, ob ich Schmiermittel mit oder ohne EP-Additive in meiner Anwendung einsetzen muss?
EP-Additive sind vor allem in Anwendungen mit hohen axialen oder radialen Lasten von Vorteil. Allerdings zeigen praktische Lebensdauertests in einigen Anwendungen verkürzte Ermüdungslebensdauern beim Einsatz von EP-Schmiermitteln. Wir empfehlen deshalb EP-Schmiermittel nur für Anwendungen mit hohen axialen oder radialen Lasten. Timken Schmierfett ist vielfach mit EP-Additiven versetzt für all die Anwendungen, in denen sie erforderlich sind.
 
Kann die Verwendung der verkehrten Schmiermittel-Güteklasse anstelle der vom Hersteller empfohlenen einen Lagerausfall verursachen?
Die Verwendung des richtigen Schmiermitteltyps der richtigen Güteklasse ist ein entscheidender Faktor für die Lagerleistung. Beachten Sie bei der Schmiermittel-Spezifikation stets die Empfehlungen des Originalherstellers. Die Nichtbeachtung kann zu einer kürzeren Lagerlebensdauer und/oder ernsthaften körperlichen Schäden führen.
 
Wie ist die Lagerfähigkeit Ihrer Schmiermittel?
Die Lagerfähigkeit der meisten Öle und Fette von Timken beträgt zwei Jahre ab Herstellungsdatum, vorausgesetzt, die Schmiermittel werden sachgemäß in den ungeöffneten Originalbehältern gelagert.

Wie entferne ich das Schmiermittel aus meinem Lager?
Wischen Sie zunächst so viel Öl oder Fett aus, wie Sie erreichen können. Bei Mineral- und Synthetikölen oder -fetten reinigen Sie dann alle Oberflächen mit einem Kohlenwasserstoff-Lösemittel wie mineralischem Spiritus oder Benzin, anschließend mit einem Isopropylalkohol-Wischtuch.

 

Ich verwende Schmiermittel eines Wettbewerbers. Bieten Sie ein gleichartiges Produkt an?
Timken wird wahrscheinlich ein passendes Äquivalent zu dem Schmiermittel haben, das Sie einsetzen. In vielen Fällen ist ein besseres Produkt zu einem wettbewerbsfähigen Preis verfügbar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an Ihren Timken Verkaufsrepräsentanten.

 

Ich habe Ölabscheidung in meinem Schmiermittel bemerkt. Kann ich es trotzdem weiterverwenden?
Eine geringe Ölabscheidung oder Pfützenbildung auf Schmiermittel in Eimern oder Fässern sollte kein Problem sein. Der Grund: Ein Schmiermittel fettet ein Lager dadurch, dass es Öl an den Lagerkontakt abgibt. Deshalb ist die Ölabgabe eine erforderliche Funktion des Schmiermittels. Normalerweise ist die Ölabscheidung unerheblich, verglichen mit der Schmiermittelmenge im Behälter. Im Allgemeinen kann das abgeschiedene Öl wieder mit der Hauptmasse im Behälter vermengt werden. Erfahrungen zeigen, dass diese zeitabhängige Ölabscheidung vielfach dadurch vermieden werden kann, dass die Schmiermitteloberfläche während der Lagerung glatt gehalten wird (es sollten also z.B. keine „Krater“ im Schmiermittel verbleiben).
 
Die Qualität oder Konsistenz des Schmiermittels hängt ebenfalls mit der Ölabscheidung zusammen. Je geringer die Schmiermittelqualität, desto empfänglicher ist es für Abscheidungen. 
 
Große Schwankungen der Lagertemperatur können ebenfalls zu Ölabscheidungen führen. Halten Sie die Lagertemperaturen deshalb so gleichmäßig wie möglich.

 

Die Farbe meines Öls/Fettes ist dunkler als im Neuzustand. Kann ich es trotzdem weiterverwenden?
Ja, Sie können es weiterverwenden. Einige Öle und Fette enthalten kleine Mengen von Additiven, die nachdunkeln, wenn sie Sonnenlicht, UV-Licht, Wärme oder Luft ausgesetzt sind. Da dieser Farbwechsel das Ergebnis der Oxidation der Additive ist, die nur einen kleinen Anteil am Öl oder Fett haben, wird er kaum (wenn überhaupt) zu einer Funktionsänderung des Schmiermittels führen.

 

Welche Vorrichtung sollte ich verwenden, um meine Bauteile automatisch mit Ihrem Produkt zu versorgen?
Die meisten Fette und Öle können automatisch abgegeben werden. Timken bietet Einzel- und Mehrpunktschmiervorrichtungen, um die korrekte Lagerpflege zu garantieren. 

 

 

Ist es problematisch, einen Mix aus zwei Öl-/Fett-Typen in demselben Bauelement zu verwenden, wenn sie möglicherweise in Kontakt miteinander kommen können? Ich möchte das Schmiermittel in einem bestehenden System durch ein anderes ersetzen. Ich kann nicht das gesamte alte Schmiermittel entfernen. Wird es ein Verträglichkeitsproblem mit dem alten und dem neuen Schmiermittel geben?
So lange die beiden Schmiermittel ähnliche Verdicker und Basisfluids haben, sollte es kein Verträglichkeitsproblem geben. Wenn die Viskositäten der Basisfluids sich unterscheiden, wird ein Mix beider Stoffe in einer Basisfluid-Viskosität resultieren, die irgendwo in der Mitte zwischen den beiden liegt. Eine unterschiedliche Ölviskosität wird keine Verträglichkeitsprobleme ergeben, kann aber zu Leistungsproblemen führen. Es ist wichtig, das alte Schmiermittel sorgfältig aus dem Bauteil zu entfernen um sicherzustellen, dass die Eigenschaften des neuen Schmiermittels aufgrund der Vermischung mit dem alten nicht deutlich verändert werden. Perfluorpolyether- und Silikon-Basisfluids sollten nicht mit irgendwelchen anderen Basisfluids vermengt werden. Kohlenwasserstoff- (mineralisch oder synthetisch) und Ester-Basisfluids sind einigermaßen kompatibel. Ton- und konventionelle Polyurea-Verdicker sollten nicht mit anderen Verdicker-Typen verwendet werden, um das mögliche Enthärten oder den Ausfall des Schmiermittels zu verhindern.